KWL LÜBECK GMBH

MEDIA DOCKS, LÜBECK, 2001-2002

Einst als Lagerhaus der Kaufmannschaft zu Lübeck gebaut und als Kornspeicher und Umschlagplatz genutzt, sollte das 1993 als Denkmal eingetragene historische Lagerhaus mit seiner wechselvollen Geschichte nun anderen Zwecken dienen. In dem alten Gebäude einen inspirierenden Ort für IT-Unternehmen, Startups sowie die International School of New Media zu schaffen, stand als Idee hinter der vollständigen Rekonstruktion und der architektonischen Modernisierung.

Für die Realisierung des Projektes stand eine sehr kurze Zeit zur Verfügung. 18 Mitarbeiter unseres Büros investierten deshalb Wissen und Erfahrungen gleichzeitig in Planung, Ausschreibung und Ausführung. Die öffentliche Ausschreibung war auf 40 Gewerke verteilt. Eine große Herausforderung an die Bauleitung und die Koordination der Gewerke.

Als ehemaliges Lagerhaus im Hafen steht das Gebäude mit einer Seite am Kai. Auf der gegenüberliegenden Flanke liegt ein Bahngleis. Weil die alte denkmalgeschützte Bausubstanz erhalten werden musste, erwies sich die Bestückung der Baustelle als sehr schwierig. Auf vollendet ausgearbeitete Logistik spezialisiert, konzipierte unser Team einen Versorgungskanal mit kammartigen Stichkanälen auf der Wasserseite, durch die die untere Ebene der Baustelle mit Technik versorgt werden konnte.
Wo üblicherweise Kräne Lasten von oben in den Bau heben, wurde die obere Ebene der zukünftigen Media Docks von der Seite mit Baustoffen beliefert.
Durch einen Mieterwechsel während der Bauphase bedingt, musste das gesamte Projekt um 180 Grad gedreht und damit auch die Abläufe auf den vier gleichzeitig laufenden Teilbaustellen neu geplant werden.

Bei der Modernisierung eines alten Baus bildet der Brandschutz eines der Kernthemen. Aufgrund der strengen Auflagen mussten unter anderem sämtliche Decken im Gebäude mit Gipsputz versehen werden.
Die gesamte Fassade wurde durchgesehen und saniert, die großen alten Tore extern aufgearbeitet und eine zweite Fassade als energetische Gebäudehülle eingebaut.

In nur 16 Monaten Bauzeit entstand ein außergewöhnliches Bauwerk in der Hansestadt. Wo nach dem zweiten Weltkrieg zerbombte Gebäudeteile nicht vollständig wieder aufgebaut wurden, verleihen jetzt moderne Dachelemente aus Glas und Stahl dem Hause Transparenz. Die Spannung zwischen den modernen Werkstoffen und dem roten Backstein der alten Bausubstanz lässt die Media Docks zu einem einzigartigen Teil Lübecks werden.
Das alte Hafengebäude wurde in ein großzügiges Büro-Loft und Veranstaltungszentrum mit fortschrittlichster Infrastruktur verwandelt. Es bietet 6.500 Quadratmeter Bürofläche und dreizehn unterschiedlich große Veranstaltungsräume für bis zu 500 Personen. In den Balkensaal wurde eine zweite Ebene eingezogen. Die Innenausstattung erscheint im Kontrast zur robusten Fassade des Industriedenkmals in edlen Verarbeitungen und Materialien. Konvektoren im Fußboden geben mehr nutzbaren Raum. Säulen für die Daten- und Stromführung ermöglichen in allen Büros eine flexible Anordnung der Arbeitsplätze.
Die Flächen sind aufgeteilt in den Unternehmenspark und das Gründerzentrum und zu 100 Prozent vermietet. Die Media Docks wurden 2002 durch Schleswig Holsteins Ministerpräsidentin Heide Simonis eröffnet.