COMMERZLEASING UND IMMOBILIEN AG

HAFENHAUS TRAVEMÜNDE, TRAVEMÜNDE, 2004-2006

Die Lübecker Hafen-Gesellschaft mbH (LHG) betreibt die öffentlichen Häfen in der Hansestadt Lübeck und ist Deutschlands größter Hafenbetreiber an der Ostsee. 2006 wurde der Bau des Hafenhauses am Skandinavienkai in Lübeck-Travemünde abgeschlossen und der LHG damit ihr neues Zuhause gegeben.

Ein gebogener und ein gerader Gebäuderiegel sind durch ein großes gläsernes Atrium verbunden. Durch die Symbiose der Werkstoffe Glas, Holz und Aluminium mutet das Verbindungsgebäude großzügig und offen an. Brückengeländer und Brüstungen aus Lärchenholz mit Längsfräsungen in Kombination mit Stahl verleihen dem Inneren des Atriums ein edles skandinavisches Design.
Das System der Elementfassade für die beiden Gebäudeteile wurde vor Ort mit einem Fassaden-Lieferanten und weiteren Fachingenieuren entwickelt und in dieser Form erstmalig gebaut.
Die Fassaden-Module bestehen aus Aluminiumprofilen mit Füllungen aus Glas, teilweise rückseitig emailliert, den Fenstern, Brandschutz-Brüstungselementen und außen liegenden Sonnenschutzlamellen.
Diese Elemente wurden werksseitig vollständig vorgefertigt, angeliefert und vor Ort als eine Einheit direkt an den Stahlbetondecken montiert. Durch die einfache Montage konnte die Fassade in kürzester Zeit und damit sehr wirtschaftlich realisiert werden.
Das Erdgeschoss und das Mezzanine des Terminalgebäudes sind Reisenden und Besuchern öffentlich zugänglich. Dort befinden sich Ticketschalter sowie die Abfertigung des gesamten Roll-on/Roll-off-Verkehrs, der schnell durchlaufenden Fracht, die per LKW oder Reederei-Einheit von und an Bord der Fähren rollt. Es gibt ein Restaurant und einen Minimarkt. Das Atrium ist als Multifunktionsfläche zu verschiedensten Anlässen nutzbar: Für Feste, Veranstaltungen und wurde auch schon für einen Gottesdienst genutzt.

Die Büroflächen sind an die LHG, mehrere Reedereien, an die Wasserschutzpolizei, den Zoll und an hafennahe Dienstleister vermietet.

Das Konzept der Nutzungseinheiten ermöglicht jedem Mieter, seine Büroflächen vollkommen flexibel aufzuteilen und zu gestalten. Durch einen aufgestelzten Hohlraum-Installationsboden und durch die Verwendung deckengleicher Unterzüge unter Verzicht auf weitere tragende Elemente sind die Büros uneingeschränkt nutzbar. Die technische Erschließung erfolgt über Elektranten im Boden.

Durch die Glasfassaden gelangt viel Tageslicht in das Gebäude. Die öffentlichen Bereiche bieten einen freien Blick auf den Hafen. In den Treppenräumen entstehen durch die Fenstergröße von zwei Metern in der Breite und vierzig Zentimetern in der Höhe schöne Panoramablicke, so genannte Schlüssellocheffekte.
Nach einer intensiven Bemusterung mit allen Beteiligten finden sich die skandinavisch anmutenden Designelemente aus der Fassade überall im Bau wieder.

Auf Klimaanlagen konnte im gesamten Gebäude verzichtet werden. Eine reine Schwerkraftlüftung ohne Mechanik lässt während der Nachtauskühlung nur durch Lamellenfenster in der unteren Ebene und im Dachbereich frische Ostseeluft in das Atrium und transportiert die am Tag erwärmte Luft nach außen.