H. & J. BRÜGGEN KG

H. & J. Brüggen KG Werk I, Lübeck, 2004-2018

Was die Firmengründer Heinrich und Johannes Brüggen 1868 mit einer Buchweizenmühle in Neumünster begannen, nahm 1894 seine weitere Entwicklung in einer dampfbetriebenen Hafermühle im Lübecker Hafen. Bis 1923 entstanden die den Hafen prägenden Mühlen- und Silobauten. Schon im Jahr 1959 wurde für Haferflocken eine vollautomatische Abpackanlage in Betrieb genommen, die damals die erste ihrer Art in Deutschland war. Seitdem die
H. & J. Brüggen KG als erstes deutsches Unternehmen 1964 in die Herstellung von Cornflakes einstieg, wächst das Werk proportional zum Umsatz.

Als erster Neubau war 2004 das Müsligebäude I fertiggestellt. Hier erfolgen alle Schritte der Müsliproduktion, von der Rohstoffanlieferung bis zum Abtransport der Fertigware. Während im Erdgeschoss Sozialbereiche und Logistikflächen untergebracht sind, befinden sich in den Etagen zwei bis vier die Produktionsräume. Silozellen und die vertikale Produktion sind in der fünften und sechsten Ebene angeordnet. Ein vollautomatisches Hochregallager für Rohwaren wurde direkt an die Halle angebaut. Angrenzend an die Gebäude befindet sich die Silo-Verladestation.
Wegen der Hafennähe ist das Gebäude auf Pfählen gegründet. In den Jahren 2010 bis 2012 folgte das Riegelgebäude.
Zwischen 2014 und 2018 wurden in mehreren Bestandsgebäuden Büros sowie Technikräume modernisiert und die Brandschutzeinrichtungen an neueste Erfordernisse angepasst.

An diese Arbeiten schloss sich die vollständige Überplanung des gesamten Werkes I unter Beachtung der Auflagen durch das Bundesimmissionsschutzgesetz an. Von 2015 bis 2016 entstand Silo 3 mit acht Zellen für je 7.000 Tonnen Getreiderohwaren und eine vertikal aufgebaute Haferreinigung in der neunten Silozelle.
Im Anschluss erfolgte der Neubau der Palettierung, in der die vollautomatische Sortierung und Kommissionierung der Fertigwaren stattfindet. Das Gebäude wurde 2017 in Betrieb genommen und ist an den selbstladenden automatischen Werksverkehr angeschlossen.
In diesem Zusammenhang sind zudem zwischen den neuen Gebäuden verschiedene Verbindungsbauten errichtet worden: unter anderem ein Trafohaus und das neue Rechenzentrum. Alle Arbeiten wurden während des laufenden Produktionsbetriebs ausgeführt.
Die „Blaue Halle“, in der die alte Palettierung untergebracht war, wurde zurückgebaut.

Zu Beginn des Jahres 2018 ist mit dem Neubau des Müsligebäudes II begonnen worden. In diesem Gebäude wird die H. & J. Brüggen KG Ende 2019 die Produktion von Bioprodukten aufnehmen. Im Erdgeschoss sollen die zentrale Rohwarenanlieferung und die Sprinklerzentrale angeordnet werden.
In den Ebenen zwei, drei und vier werden neben den Produktionsbereichen die Sozialräume sowie ein Betriebsrestaurant eingerichtet. In den Ebenen fünf und sechs befinden sich das Rohwarensilo und die vertikale Produktion. Unter dem Gebäude sind drei Stahlbeton-Sprinklertanks vorgesehen.

Eine neue Schiffslöschanlage wird dem Unternehmen zukünftig ermöglichen, die Schiffe effizienter zu entladen und Getreide in das Werk zu transportieren. – Wichtig: Denn 70 Prozent der Rohstoffe lässt die H. & J. Brüggen KG über den Wasserweg anliefern. Die Anlage wird 2020 fertiggestellt.

Eine zweite Brücke wird das Müsligebäude II mit dem Riegelgebäude verbinden.
Die Gestaltung aller Bauten folgt dem Design des Riegelgebäudes. Sie erhalten einen Stahlbeton-Sockel sowie eine Isopaneel-Fassade mit Mikrolinierung und abgerundete Ecken.
Aufgrund der Nähe zum Wasser haben alle Hallen einen Hochwasserschutz bis über den Pegel eines maximalen Jahrhunderthochwassers inklusive eines Zuschlags für zukünftige noch höhere Wasserstände erhalten.