Konfitüren-Werk II

Neu- und Erweiterungsbauten Konfitüren-Werk II, Bad Schwartau, 2011-2012

Nach Voruntersuchungen für den Umbau im Werk I und für einen Neubau „auf der grünen Wiese“ fiel die Entscheidung der Geschäftsführung, dem angestammten Firmensitz in Bad Schwartau treu zu bleiben und nicht an einem neuen Standort zu bauen. Daraufhin waren im Schwartauer Werk II umfangreiche Neu- und Umbauarbeiten erforderlich.
Der Bau des neuen Konfitüre-Werkes wurde geplant, zwischen 2011 und 2012 ausgeführt und damit die Produktionskapazität um 85 Millionen Einheiten im Jahr gesteigert.
Der Um- und Ausbau der Fabrik verlief sehr vielschichtig und zum großen Teil während der laufenden Produktion der noch in Betrieb befindlichen Back- und Dekorfabrik.

Zwischen dem zentralen TK-Lager und der Back- und Dekorfabrik wurde ein zweigeschossiges Produktionsgebäude gesetzt: Im Obergeschoss hat die Vorbereitung ihren Standort erhalten, im Erdgeschoss die Konfitürenkocherei.
Die bestehende Produktion wurde zu Abfüllanlagen für Konfitüren und Fruchtsoßen umgebaut, zwei Hallen für die Glasanlieferung und den Versand von Fertigwaren entstanden neu.
Alle Böden der Produktionshallen sind mit Feinsteinzeug ausgelegt. Die Wände, mit fruchtsäureresistentem Polyurethan Kunstharz beschichtet, sind bis zu 110 Grad Celsius belastbar, denn alle horizontalen und vertikalen Flächen müssen hohen Temperatur-Beanspruchungen durch Dampf standhalten.
Die neuen Hallen erhalten durch Lichtbänder im Dach sehr viel Tageslicht. Große Fenster gewähren freie Blickbezüge auch nach außen und schaffen so eine angenehme Arbeitsatmosphäre.

Technikzentralen für Lüftungssysteme und Dampferzeugung, der Neubau einer Gasdruckregelstation und einer Mittelspannungsversorgung, eine Abwasserpumpstation, der Einbau eines Blockheizkraftwerkes sowie der Umbau von vier bestehenden Technikzentralen wurden realisiert. Für Sprinklerwasser-Vorrat entstand ein neuer Stahlsegment-Hochbehälter.
Sämtliche Sozialräume wurden grundlegend saniert, Laborräume für die Lebensmittelkontrolle eingebaut und alle Außenanlagen vollständig erneuert.
Vor Baubeginn des Neubaus wurden zahlreiche Versorgungsleitungen aus dem Baufeld umverlegt und zwei unterirdische Sprinklerbehälter entfernt.

Sämtliche Arbeiten mussten unter enorm beengten räumlichen Verhältnissen stattfinden. Für die Bauphase wurde eine Umfahrung für Werks- und Baufahrzeuge gebaut.
Zwei Seiten des Werksgeländes grenzen zudem an ein Naturschutzgebiet. Aus diesem Grund mussten Ausgleichsmaßnahmen geschaffen werden.

Die Zeitfenster für alle Arbeiten waren sehr eng gesetzt, weil die Produktion in den fertigen Werksteilen bereits fest eingeplant war. Trotz eines strengen Winters konnten die einzelnen fertigen Bauabschnitte termingerecht übergeben werden.