BAUHAUS AG FACHZENTRUM

Fachzentrum Hamburg-Lokstedt, 2012-2014

Ein fünfeckiges Grundstück, einhundert Prozent zu überbauen, auf drei Seiten durch Straßen eng begrenzt. Dazu eine Hochspannungsleitung am längsten Flügel der Liegenschaft: Für die Planung eines neuen BAUHAUS Fachcentrums mit 15.000 Quadratmetern Verkaufsfläche, dem erforderlichen Parkraum und der dazugehörigen Infrastruktur eine Herausforderung!
Dazu klare Vorgaben des Denkmalschutzes. Denn auf dem zukünftigen Bauplatz stand das alte Straßenbahn-Depot. Bis 1978 noch wurden in der letzten Werkstatt dieser Art Straßenbahnen repariert.

Eine Nutzung der alten dreischiffigen Stahlbetonhalle war nicht mehr möglich. Der Beton war stark carbonatisiert, die Bewehrungen vom Rost zerfressen.

Der Bau des neuen Fachcentrums stellte ein logistisches Meisterstück dar. Eine Konstruktion aus 1.600 Betonfertig- und Halbfertigteilen zu errichten, ohne vor Ort auch nur einen Quadratmeter Lagerfläche zu haben, erforderte eine extrem präzise Planung und absolute Zuverlässigkeit aller beteiligten Partner.
Zeitgleich zum Bau erfolgten die Installationen zur Verbreiterung der Straße am Nedderfeld. Dafür war es notwendig, die Leitungen für Strom, Wasser und sonstige Medien außerhalb des Straßenraumes, in Richtung des Gebäudes zu verlegen.
Zudem konnte die Hochspannungsleitung nicht vom Netz genommen werden, weil sie eine der Hauptstromtrassen Hamburgs darstellt. Daher mussten sämtliche Bauarbeiten unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen ausgeführt werden.

Trotz dieser widrigen Bedingungen hat Hamburg in kürzester Zeit ein BAUHAUS Fachcentrum erhalten, in dem die Kunden gern einkaufen und wo Mitarbeiter sich wohlfühlen können.
Das Gebäude wurde in Anlehnung an den Erfüllungsgrad „Silber“ der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) geplant und ausgeführt. Großzügige Lichtbänder auf dem Dach lassen viel Tageslicht in die Verkaufsebene. Die Dachkonstruktion ist für die Aufnahme einer Photovoltaik-Anlage vorgesehen. Um bei starkem Regen den Abfluss von Wasser in die Kanalisation zu drosseln, wurde die Dachfläche begrünt.
Sieht man aus der Vogelperspektive auf den Bau, findet man keine zubetonierten Parkflächen.
Die Parkplätze sind großzügig, ohne enge Rampen, im Parterre des zweigeschossigen Baus vor Regen geschützt untergebracht, durch die offene Konstruktion gut belüftet und mit viel Tageslicht durchflutet. Gläserne Aufzüge tragen die Kunden hinauf in den Verkaufsraum.
Im rückwärtigen Bereich befindet sich ein vorgeschobener Gebäudeteil, der die wettergeschützte Anlieferung ermöglicht.
Darüber sind Büros und Sozialräume eingerichtet. Für größtmögliche Flexibilität der Büroflächen wurde ein aufgestelzter Boden hergestellt. Die einzelnen Arbeitsplätze können beliebig über Elektranten versorgt werden. Deckengleiche Unterzüge sorgen für glatte Untersicht der Decken, so dass unter den Decken keine Einschränkungen entstehen. Dadurch können auch nachträglich alle Installationen wahlweise im Boden oder unter der Decke verlegt werden (z. B. Elektrik, EDV, Klima usw.).

Hamburg hat mit dem riesigen Pentagon ein ganz anderes BAUHAUS bekommen. Aber eines, das aussieht wie BAUHAUS. Eines, das in Funktionalität und Design brilliert.

Ein Teil der tragenden Stützen der alten Werkstatt wurden komplett saniert. Sie bilden heute den Rahmen eines kleinen Straßenbahnmuseums im Eingangsbereich des Fachcentrums. Zusammen mit einem historischen Straßenbahntriebwagen vom Typ V6E 3642 der Hamburger Hochbahn, Fundstücken, die während der Bauphase ausgegraben wurden und einem alten Hamburger Netzplan erinnern sie liebevoll an ein wichtiges Stück der Hamburger Verkehrsgeschichte.